Der neue Vanguard FTSE Global All Cap vs. MSCI ACWI IMI – wie groß sind die Unterschiede?

Alltag & Finanzen

Hinweis: Das Titelbild wurde mit Künstlicher Intelligenz erstellt.

In meinem Beitrag zum MSCI ACWI IMI habe ich bereits verschiedene Weltindizes miteinander verglichen. Besonders interessant ist nun die Frage, wie sich der neue Vanguard FTSE Global All Cap in dieses Bild einordnet.

Denn beide verfolgen einen sehr ähnlichen Ansatz: Sie wollen möglichst große Teile des weltweit investierbaren Aktienmarktes abdecken – einschließlich kleinerer Unternehmen und Schwellenländer.

Um die Unterschiede einzuordnen, lohnt sich zunächst ein Blick auf die verschiedenen Indexkonzepte.

Der große Welt-ETF-Vergleich

Orientierungswerte zur Marktabdeckung aus der bestehenden Vergleichsgrafik und den Indexangaben. Die Werte sind aufgrund unterschiedlicher Indexmethodiken nicht unmittelbar identisch vergleichbar.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Kombination aus geografischer Streuung und Unternehmensgröße.

Während MSCI World und FTSE Developed ausschließlich Industrieländer berücksichtigen, beziehen MSCI ACWI und FTSE All-World zusätzlich Schwellenländer ein.

Eine weitere Stufe bilden der MSCI ACWI IMI und der FTSE Global All Cap. Beide ergänzen das Portfolio um Small Caps und ermöglichen damit eine noch umfassendere Beteiligung am globalen Aktienmarkt.

MSCI ACWI IMI oder FTSE Global All Cap?

Hier wird es besonders interessant. Denn die beiden Indizes sind sich konzeptionell ausgesprochen ähnlich.

Der MSCI ACWI IMI deckt nach Angaben von MSCI rund 99 % des global investierbaren Aktienmarktes ab. Der FTSE Global All Cap zielt auf rund 98 % ab.

Der Unterschied ist also überschaubar. Beide Indexkonzepte umfassen große, mittlere und kleinere Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern.

Auch die Gewichtung erfolgt grundsätzlich nach der Marktkapitalisierung. Die konkreten Indexregeln und die daraus resultierenden Länder- und Unternehmensgewichte unterscheiden sich allerdings.

Der neue Vanguard ETF bringt dabei einen interessanten Kostenvorteil mit: Seine laufende Kostenquote beträgt lediglich 0,07 % pro Jahr.

Damit positioniert er sich preislich ausgesprochen attraktiv gegenüber vielen etablierten ETFs auf den MSCI ACWI IMI.

Allerdings sollte man nicht ausschließlich auf die TER schauen. Auch die tatsächliche Tracking Difference, die Fondsgröße, die Handelbarkeit und die Historie eines Produkts spielen eine Rolle.

Vanguard FTSE Global All Cap

Wer bereits einen ETF auf den MSCI ACWI IMI besitzt, investiert bereits in ein ausgesprochen breit gestreutes Weltportfolio.

Ein Wechsel zum Vanguard FTSE Global All Cap ist deshalb nicht zwingend notwendig. Die Unterschiede in der Marktabdeckung sind gering und die Anlagekonzepte sehr ähnlich.

Wer dagegen gerade erst mit dem langfristigen Vermögensaufbau beginnt, hat nun eine weitere interessante Möglichkeit.

Der Vanguard FTSE Global All Cap verbindet eine umfassende globale Streuung mit einer niedrigen Kostenquote. Der MSCI ACWI IMI bleibt hingegen ein etabliertes Indexkonzept mit einer längeren Produkt- und ETF-Historie bei den entsprechenden Anbietern.

Mein Fazit

Ob MSCI ACWI IMI oder FTSE Global All Cap – beide Ansätze verfolgen das gleiche Ziel: möglichst breit am weltweiten Aktienmarkt teilzunehmen, ohne auf einzelne Länder oder Unternehmen wetten zu müssen.

Der entscheidende Unterschied liegt weniger in der grundsätzlichen Anlagestrategie als vielmehr in den Details der Indexmethodik und der Umsetzung durch den jeweiligen ETF-Anbieter.

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