Infos zum „Angsthasensilber“ – D-Mark Silbermünzen als greifbare Wertanlage

Edelmetalle

Geschichte mit Silbergehalt. Was ist eigentlich “Angsthasensilber”?

Der Begriff „Angsthasensilber“ ist ein liebevoll-ironischer Ausdruck für deutsche D-Mark-Silbermünzen, die vor allem aus Sicherheitsdenken („für schlechte Zeiten“) zurückgelegt wurden. International spricht man häufig von „Junk Silver“ – also Silbermünzen, deren Wert sich primär am Silbergehalt orientiert und nicht am Sammlerwert.

Gerade im deutschsprachigen Raum gehören dazu vor allem die 5-DM- und 10-DM-Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland – ein spannendes Kapitel für Anleger, die physisches Silber mit Geschichte verbinden möchten.

Die ersten 5-DM-Gedenkmünzen erschienen ab 1952. Besonders wichtig für Anleger:

  • 1951–1974: 625er Silber (62,5 %)

  • Raugewicht: 11,2 g

  • Feingewicht: 7,0 g Silber

Diese Münzen waren gesetzliches Zahlungsmittel und zirkulierten teilweise im Alltag – wurden aber häufig direkt „für später“ zurückgelegt.

Besonders die frühen Jahrgänge (z. B. 1951 „Silberadler“) haben neben dem Metallwert auch sammlerische Relevanz.

Die 10-DM-Gedenkmünzen sind für viele Anleger besonders interessant:

  • 1970–1997: 625er Silber

  • Raugewicht: 15,5 g

  • Feingewicht: 9,6875 g Silber

Einige Jahrgänge – wie die Olympiamünzen 1972 – wurden millionenfach geprägt. Genau das macht sie heute zu klassischem „Junk Silver“: kein seltener Sammlerschatz, sondern solide Silberanlage.

Warum nennt man es „Junk“ Silber?

„Junk“ bedeutet hier nicht wertlos, sondern:

  • Kein oder geringer numismatischer Sammleraufschlag

  • Wert orientiert sich primär am aktuellen Silberpreis

  • Häufig in großen Stückzahlen vorhanden

Für Anleger bedeutet das:

✔️ Transparente Kalkulation
✔️ Geringes Fälschungsrisiko
✔️ Historisch staatlich geprägtes Silber
✔️ Gute Teilbarkeit (kleine Stückelungen)

📊 Beispielrechnung: Metallwert von „Angsthasensilber“ mit aktuellem Silberpreis

Für die Berechnung nutzen wir einen aktuellen Silberspotpreis (Stand 02.03.2026) von etwa 2,10 € pro Gramm (Feinsilber) – dieser Wert orientiert sich am Marktpreis für reines Silber (999er) in Euro. 
Wichtig: D-Mark-Silbermünzen bestehen aus 625er Silber – also 62,5 % Feinanteil. Für die Bewertung zählt deshalb nur das Feinsilbergewicht pro Münze.

Beispiel 1 – 50 × 10-DM-Silbermünzen

Daten pro Münze:
  • Feinsilber pro Stück: 9,6875 g
  • Silberpreis je Gramm: 2,10 €
Gesamt-Feinsilber:
50 × 9,6875 g = 484,38 g Feinsilber
Metallwert gesamt:
484,38 g × 2,10 €/g = 1.017,20 €
Metallwert der 50 Stück: ca. 1.017 €

Beispiel 2 – 100 × 5-DM-Silbermünzen

Daten pro Münze:
  • Feinsilber pro Stück: 7,0 g
  • Silberpreis je Gramm: 2,10 €
Gesamt-Feinsilber:
100 × 7,0 g = 700 g Feinsilber
Metallwert gesamt:
700 g × 2,10 €/g = 1.470 €
 Metallwert der 100 Stück: ca. 1.470 €

Fazit für den Leser

Mit dieser einfachen Formel:
Anzahl Münzen × Feinsilbergewicht × Silberpreis pro g = Metallwert
…kann jeder schnell den reinen Silberwert seiner D-Mark-Silbermünzen berechnen.
Und genau das ist das Besondere am „Angsthasensilber“:
 Du siehst den Materialwert direkt anhand des Silberpreises – ohne numismatische Aufschläge. Gerade für Anleger macht das diese Münzen so transparent und kalkulierbar.

Warum sind D-Mark-Silbermünzen als Anlage spannend?

1. Historischer Inflationsschutz

Viele Deutsche kauften diese Münzen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Das Muster wiederholt sich:
Wenn Vertrauen in Papiergeld sinkt, steigt die Nachfrage nach physischem Silber.

2. Günstiger Einstieg ins Edelmetall

Im Vergleich zu modernen Bullionmünzen (z. B. Maple Leaf oder Philharmoniker) sind 5-DM- und 10-DM-Münzen oft:

  • näher am Spotpreis

  • günstiger pro Stück

  • ideal für kleine Budgets

3. Hohe Verfügbarkeit

Millionenauflagen bedeuten:

  • gute Marktliquidität

  • einfacher An- und Verkauf

  • breite Händlerakzeptanz

4. Psychologischer Faktor

Viele Anleger schätzen:

  • Die Verbindung zur D-Mark

  • Das Gefühl „echter Werte“ aus einer stabilen Währungszeit

  • Den nostalgischen Charakter

Gerade im deutschsprachigen Raum hat das eine besondere emotionale Komponente.

Gibt es auch Risiken?

Natürlich:

  • 625er Silber hat weniger Feingehalt als moderne 999er Bullionmünzen

  • Stark angelaufene Exemplare können optisch weniger attraktiv wirken

  • Bei sehr niedrigen Silberpreisen kann der Nominalwert (5 DM / 10 DM) theoretisch über dem Metallwert liegen – historisch aber selten relevant

Fazit: Solide Beimischung mit Geschichte

„Angsthasensilber“ ist alles andere als wertloser Ramsch. Es ist:

  • staatlich geprägtes Silber

  • historisch interessant

  • gut teilbar

  • oft nah am Materialwert handelbar

Für Anleger, die physisches Silber als Vermögenssicherung betrachten, können D-Mark-Silbermünzen eine charmante und bodenständige Ergänzung sein.

Sie verbinden Nostalgie mit Substanz – und genau das macht ihren besonderen Reiz aus.

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