Die GKV steuert auf die Wand zu – und Du zahlst die Rechnung
Alltag & Finanzen
Hinweis: Das Titelbild wurde mit Künstlicher Intelligenz erstellt.
15,3 Milliarden Euro Minus im Jahr 2027.
Über 40 Milliarden bis 2030.
So dramatisch schätzt die Finanzkommission des Gesundheitsministeriums die Lage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ein. Wenn nichts passiert, ist klar: Die Beiträge explodieren.
Was das für Dich heißt?
Entweder es kommen harte Reformen – oder Dein Zusatzbeitrag steigt Jahr für Jahr.
Derzeit liegt er im Schnitt bei 2,9 Prozent. Bleibt alles wie bisher, könnten es 4,7 Prozent im Jahr 2030 werden.
Unterm Strich:
+340 Euro pro Jahr für Dich
+340 Euro für Deinen Arbeitgeber
Bei hohem Einkommen sogar bis zu 720 Euro mehr – jedes Jahr
Damit das nicht passiert, hat eine Expertenkommission 66 Spar- und Einnahmevorschläge vorgelegt. Viele davon treffen Versicherte direkt. Sehr direkt.
Familienversicherung: Kostenlos war gestern
Einer der heikelsten Vorschläge: die Familienversicherung.
Bislang gilt:
Wer nicht arbeitet oder nur einen Minijob hat, ist über den Ehepartner kostenlos mitversichert.
Künftig soll das nur noch in Ausnahmefällen gelten – nämlich dann, wenn Du:
gar kein Einkommen hast und
kleine Kinder unter sechs Jahren betreust oder
Angehörige pflegst
Alle anderen sollen zahlen: 240 Euro im Monat.
Betroffen wären 1,77 Millionen Menschen, überwiegend Frauen.
Die Botschaft ist klar: Entweder arbeiten – oder zahlen.
Ersparnis für die GKV: 3,5 Mrd. Euro
Medikamente: Jeder Gang zur Apotheke wird teurer
Auch bei Rezepten greift der Rotstift.
Die Zuzahlung soll steigen – von heute 5 bis 10 Euro auf künftig 7,50 bis 15 Euro pro Medikament.
Zehn Medikamente im Jahr?
heute: 100 Euro
künftig: 150 Euro
Zwar bleibt die Belastungsgrenze bestehen. Aber bis Du sie erreichst, zahlst Du mehr aus eigener Tasche. Und künftig steigen die Zuzahlungen automatisch mit den Löhnen.
Ersparnis: 1,9 Mrd. Euro
Zahnersatz: Mehr Eigenanteil, trotz Bonusheft
Auch wer regelmäßig beim Zahnarzt war, soll künftig tiefer in die Tasche greifen.
Beispiel:
Krone für 800 Euro
heute: 600 Euro Zuschuss
künftig: 520 Euro Zuschuss
Dein Eigenanteil steigt von 200 auf 280 Euro.
Bonus hin oder her.
Ersparnis: 600 Mio. Euro
Rauchen, Alkohol, Zucker: Gesundheit per Preisschild
Ungesunde Gewohnheiten sollen teurer werden – ganz bewusst.
Geplant sind:
höhere Tabaksteuern (Zigaretten bis 2031 rund 2,50 Euro teurer)
+10 % auf Schnaps und Likör
Abgaben auf zuckerhaltige Softdrinks ab bestimmtem Zuckergehalt
Bier und Wein bleiben verschont.
Der Effekt: Mehr Einnahmen, weniger Konsum – zumindest in der Theorie.
Mehreinnahmen: knapp 1,9 Mrd. Euro
Leistungen raus: Homöopathie, Vorsorge, Screening
Die Kommission stellt unbequeme Fragen:
Was bringt wirklich etwas – und was nicht?
Konsequenz:
Keine Homöopathie mehr auf Kassenkosten
Weniger Laborchecks beim Gesundheits-Check-up
Hautkrebsscreening nur noch für Risikogruppen
Alles, was nicht klar nachweisbar hilft, soll weg.
Ersparnis: rund 200 Mio. Euro
Weniger OPs, mehr Zweifel
Zu viele Eingriffe kosten Geld – und manchmal Gesundheit.
Deshalb sollen bei bestimmten Operationen verpflichtende Zweitmeinungen kommen, etwa bei:
Knie- und Hüft-OPs
Mandeloperationen
Auch Zahnspangen sollen strenger geprüft werden.
Ersparnis: 300 Mio. Euro
Krankengeld: Weniger Geld, länger krank
Wer länger als sechs Wochen ausfällt, soll künftig weniger Krankengeld bekommen:
65 % statt 70 % vom Bruttolohn
85 % statt 90 % vom Nettolohn
Bei 4.000 Euro brutto bedeutet das:
125 Euro weniger im Monat.
Zusätzlich im Gespräch: Teilkrankengeld. Wer nur zu 25 % krankgeschrieben ist, bekommt auch nur 25 % Geld.
Das Risiko tragen am Ende die Versicherten – vor allem Gutverdiener mit hohen Fixkosten.
Ersparnis: rund 1,4 Mrd. Euro
Wenigstens das: Keine Praxisgebühr
Ein Lichtblick:
Die Praxisgebühr soll nicht zurückkommen.
Aber klar ist auch:
Das alles sind keine harmlosen Gedankenspiele, sondern konkrete Vorschläge. Wenn die Politik sie umsetzt, wird Gesundheit für viele teurer, eingeschränkter und unbequemer.
Die Frage ist nicht mehr, ob reformiert wird –
sondern wie viel Du am Ende zahlst.

